Women in Science: Jennifer Anne Doudna (*1964)
Die Frau hinter CRISPR
Jennifer Anne Doudna wurde am 19. Februar 1964 in Washington, D.C. als Kind eines Professors für englische Literatur und einer Lehrerin geboren. Kurz nach ihrer Geburt zog die Familie nach Hilo auf Hawaii, wo ihr Vater eine Stelle an der University of Hawaii annahm. Diese Umgebung – geprägt von Natur, Neugier und Bildung – hatte großen Einfluss auf ihre frühe Entwicklung.
Faszination Biologie
Schon in ihrer Kindheit zeigte Jennifer großes Interesse an Wissenschaft. Besonders prägend war ein Buch, welches ihr Vater ihr schenkte: „The Double Helix“ von James Watson. Die Geschichte der Entdeckung der DNA-Struktur faszinierte sie so sehr, dass sie beschloss, selbst Wissenschaftlerin zu werden.
In der Schule galt sie als sehr begabt, vor allem in Chemie und Biologie, auch wenn sie – wie sie später selbst erzählte – nicht immer sofort als „klassisches Genie“ wahrgenommen wurde. Nach dem Schulabschluss begann Doudna ihr Studium der Biochemie am Pomona College in Kalifornien. Dort entwickelte sie eine besondere Leidenschaft für Molekularbiologie und Forschung.
Promotion an der Harvard University
Anschließend promovierte sie an der Harvard University, wo sie sich intensiv mit der Struktur von RNA beschäftigte – ein Thema, das später entscheidend für ihren größten wissenschaftlichen Durchbruch werden sollte. Nach ihrer Promotion arbeitete Jennifer Doudna als Forscherin und Professorin, unter anderem an der Yale University, später an der University of California, Berkeley. Dort etablierte sie sich als eine der führenden Expertinnen auf dem Gebiet der RNA-Forschung.
Dorothy Crowfoot Hodgkin widmete sich über Jahrzehnte der Entschlüsselung komplexer Molekülstrukturen. Ihre Arbeiten hatten immense Bedeutung für Chemie, Biologie und Medizin.
Nobelpreis für Doudna und Charpentier gemeinsam
Ihre Arbeit galt lange Zeit als hochspezialisiert – bis sie gemeinsam mit der französischen Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier eine Entdeckung machte, die die moderne Biologie revolutionieren sollte. Im Jahr 2012 gelang es Doudna und Charpentier, das CRISPR-Cas9-System als präzises Werkzeug zur gezielten Veränderung von DNA zu beschreiben. Diese Methode erlaubt es, Gene einfacher, schneller und günstiger zu verändern als je zuvor.
Der Durchbruch hatte enorme Auswirkungen auf Medizin, Biotechnologie und Grundlagenforschung – von der Krebsforschung über Gentherapien bis hin zur Pflanzenzüchtung. Für diese bahnbrechende Leistung erhielt Jennifer Doudna gemeinsam mit Emmanuelle Charpentier im Jahr 2020 den Nobelpreis für Chemie. Sie waren die ersten zwei Frauen, die diesen Preis gemeinsam erhielten.

Die Auszeichnung machte Doudna weltweit bekannt und unterstrich die Bedeutung ihrer Forschung. Neben ihren wissenschaftlichen Erfolgen engagiert sich Jennifer Doudna stark in der ethischen Debatte rund um Gentechnik. Sie setzt sich dafür ein, dass CRISPR verantwortungsvoll eingesetzt wird, insbesondere wenn es um Eingriffe in das menschliche Erbgut geht. Damit zeigt sie, dass wissenschaftlicher Erfolg auch Verantwortung bedeutet.
Heute gilt Jennifer Doudna als eine der einflussreichsten Wissenschaftlerinnen des 21. Jahrhunderts. Ihr Lebensweg – von einem neugierigen Mädchen auf Hawaii bis zur Nobelpreisträgerin – steht exemplarisch für die Kraft von Bildung, Ausdauer und wissenschaftlicher Neugier.
Quellen und zum Weiterlesen
Bundesministerium für Forschung, Technologie & Raumfahrt/pflanzenforschung.de


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