Women in Science

Women in Science: Rosalyn S. Yalow (1921 – 2011)

Die Madame Curie aus der Bronx

Rosalyn Sussman Yalow wurde am 19. Juli 1921 als zweites Kind einer jüdischen Immigrantenfamilie in der New Yorker Bronx geboren. Vater Simon betrieb eine Papeterie, Mutter Clara unterstützte die Familie mit Näharbeiten finanziell. Ihre Eltern legten großen Wert auf Bildung, obwohl finanzielle Mittel begrenzt waren. Rosalyn war eine hervorragende Schülerin und entwickelte früh den Wunsch, Wissenschaftlerin zu werden – ein ungewöhnlicher Karrierewunsch für eine Frau in dieser Zeit.

Von der Chemie zur Physik 

Nach dem Schulabschluss studierte sie zunächst Chemie am Hunter College, einem reinen Frauen-College, welches keine Studiengebühren erhob. Die Suche nach einem Doktorandenplatz war schwierig, sodass Rosalyn zunächst als Sekretärin an einer Uni arbeitete. Schließlich erhielt sie einen Platz an der University of Illinois, wo sie 1945 als eine der wenigen Frauen ihrer Zeit in Physik promovierte.

Forschungspartner Solomon Berson

Nach ihrer Promotion begann Yalow am Bronx Veterans Administration Hospital zu arbeiten. Dort traf sie auf den Arzt Solomon Berson, mit dem sie eine langjährige und äußerst produktive Forschungspartnerschaft einging. Gemeinsam entwickelten sie in den 1950er-Jahren die Radioimmunoassay-Methode (RIA). Diese revolutionäre Technik ermöglichte es erstmals, winzige Mengen von Hormonen und anderen biologisch aktiven Substanzen im Blut präzise zu messen. Die Methode hatte enorme Auswirkungen auf Medizin und Biologie und wurde weltweit in Forschung und klinischer Diagnostik eingesetzt.

Winzige Hormonmengen im Blut werden erstmals sichtbar

Der größte wissenschaftliche Erfolg Rosalyn Yalows folgte 1977, als sie für die Entwicklung des Radioimmunoassays mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet wurde (gemeinsam mit Roger Guillemin und Andrew Schally). Sie war damit erst die zweite Frau überhaupt, die diesen Nobelpreis erhielt. Ihre Arbeit trug entscheidend zum besseren Verständnis von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes bei und beeinflusste zahlreiche medizinische Fachgebiete nachhaltig.

Neben ihrer Forschung setzte sich Yalow zeitlebens für Frauen in der Wissenschaft ein. Sie betonte jedoch stets die Bedeutung von Leistung, Ausdauer und wissenschaftlicher Exzellenz. Rosalyn Yalow starb am 30. Mai 2011, doch ihr Vermächtnis lebt fort: Ihre wissenschaftlichen Errungenschaften haben die moderne Medizin grundlegend verändert. Sie gilt bis heute als eine der einflussreichsten Physikerinnen und Medizinforscherinnen des 20. Jahrhunderts.

 

Quellen und zum Weiterlesen

pro-physik.de

LABBE-idee.de


Wikipedia


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